weitere Vorträge

Posted 7. September 2014 By Jasmin und Chris

Hallo Ihr Lieben,

 

uns geht es soweit gut und auch Chris ist wieder auf den Beinen und kann ohne Einschränkungen Sport machen.

Was letztlich das Problem in Tajikistan war ist wohl nicht festzustellen – gehen davon aus, dass auch die noch anstehende Magenspiegelung neben sämtlichen anderen Untersuchungen ohne Befund endet. Es war vermutlich eine Vielzahl von kleinen Faktoren, die bei einer solchen Belastung dann doch zu viel waren…

 

Umso mehr freuen wir uns noch zwei weitere Vorträge halten zu dürfen.

Wem es also zeitlich und geographisch passt der ist herzlich eingeladen am:

Samstag 13.09.2014 um 19:00Uhr

Baptisitstengemeinde der Erlöserkirche, Salzstrasse 2–6 Köln-Mülheim

 oder

Freitag 21.11.2014 um 19:30Uhr

Gasthaus zum Goldenen Ross, Creglingen -Schwarzenbronn

 

Wie immer ist der Eintritt frei und wer möchte  kann eine Spende für die Arbeit der CBM geben.

Freuen uns auf einen schönen Abend mit Euch,

Eure Jasmin und Chris

P.S: Die jeweiligen pdf Flyer dürft Ihr gerne weiterverteilen

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Schritt zurück

Posted 22. Juli 2014 By Jasmin und Chris

Hallo Ihr Lieben, es ist viel passiert.

Nachdem sich Chris erholt hatte und sich im Krankenhaus in Rushan versichert hatte, dass sein Blutdruck auf Normalniveau war, fühlte er sich so gut um nach Khorog, der einzig wirklichen Stadt im Pamir, zu radeln. Er radelte die 67km ohne Probleme an einem Nachmittag.

Übrigens waren die Behandlungen/Blutdruckmessungen stets umsonst und das obwohl dafür immer das komplette weibliche Klinikpersonal einberufen wurde – oder vielleicht gerade deswegen? ;-)

Mitten im grünen Park von Khorog fanden wir einen netten Homestay. Wir durften in einem echten Pamiri-Haus schlafen und es gab sogar eine Sitztoilette (normal gibt es hier nur Steh-Plumsklos, was für uns mal wieder gewöhnungsbedürftig ist und denen wir den Toilettengang in der Natur immer vorziehen).

Hier blieben wir zwei Nächte und unternahmen auf eigene Faust eine schöne Tageswanderung im Shokh Dara Valley, mit dem Hintergedanken, dass sich Chris dadurch noch besser akklimatisieren würde. Es heißt ja: „go high, sleep low“ und so ließen wir uns ein paar hundert Höhenmeter weiter hinauf bringen, um von dort aus an einem wunderschönen Fluss entlang noch etwas höher hinauf zu wandern. Chris fühlte sich sehr gut und wir genossen beide den sonnigen Tag in den Bergen. Nachdem Chris Zustand seit Rushan stabil blieb entschieden wir weiterzuradeln. Allerdings nicht wie im Flieger geplant über das Wakhan Valley, denn da würden wir irgendwann in entlegene und im Notfall zu einsame Gegenden kommen. Außerdem bräuchten wir für diese Strecke mehr Zeit, wollten aber nicht eilen, sondern Chris Körper Gelegenheit geben, um sich an die weiteren Höhen anpassen zu können. So radelten wir Samstagmorgen guter Dinge und frohen Mutes auf dem eigentlichen Pamir Highway (der befahren ist und auf dem wir so im Notfall leichter eine Mitfahrgelegenheit bekommen könnten) Richtung Jelondy. Es war ein wunderschöner Sommertag mit blauem Himmel über den braun-kargen Bergen und überall am Wegesrand grüßten uns die freundlichen Tadschiken und die Kinder rannten uns aus den Höfen „hello“-schreiend entgegen. Die ähnlich wie in Indien bunt gekleideten Frauen halten sich eher etwas zurück und sind auffällig oft sehr hübsch. Gerade ist die Zeit der Heuernte und so sieht man überall Menschen auf den meist abfallenden Wiesen in der Hitze arbeiten. Die Einladungen zu Cay und Brot erinnerten uns an unsere letzte Reise und unser erster Eindruck wurde bestätigt, dass die Tadschiken ein sehr ehrliches, gastfreundliches Volk sind. Immer wieder waren wir von schneebedeckten Bergspitzen entzückt und von dem wundervoll würzigen Duft der Bergkräuter, der uns den ganzen Tag begleitete, wahrscheinlich durch die Heuernte verstärkt.

Für den Aufstieg zum ersten Pass auf 4200m wollten wir uns vier Tage Zeit lassen und jeden Tag nur maximal 500m steigen. Doch bereits nach Ende dieser ersten Etappe, auf 2600m Höhe, kündigten sich die gleichen Probleme wieder an. Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrasen. Aus irgendeinem Grund, den wir zurück in Deutschland versuchen abzuklären, gelingt es Chris Körper nicht wie normal sich an die Höhe anzupassen.

Wir durften vor Ort bei einer großen Bauernfamilie im Garten zelten und halfen, nachdem es Chris nach einer Suppe wieder besser ging, aus Dank und Neugier bei der mühsamen Heuernte mit, wie sie bei uns so ähnlich vor vielen Jahrzehnten noch betrieben wurde. Dabei durchliefen wir alle Schritte: mit der kleinen Sichel bzw. mit der großen Sense das lange Grass abschneiden, dann das angetrocknete Grass zusammen tragen/rechen und Bündel daraus binden, um diese dann in die Sonne zum trocknen zu legen. Es war ein schönes Erlebnis mit den Menschen zu arbeiten und dann am Abend mit ihnen am lecker gedeckten Tisch sitzen zu dürfen.

Immer nach dem Essen scheint es Chris wieder schlechter zu gehen und das Herzrasen hindert ihn am einschlafen. Am nächsten Morgen ging es ihm zwar wieder gut, jedoch entschieden wir schweren Herzens, dass wir nun die Tour abrechen werden, nachdem er bereits auf so relativ „niederer“ Höhe (2600m) Gesundheitsprobleme hat. Wie es ihm dann auf 4600m Höhe gehen würde wollten wir nicht austesten.

Der weitere Weg durch den Pamir, nicht nur per Fahrrad, auch per Auto, wäre ein schlecht kalkulierbares Risiko. Denn auch mit dem „Taxi“ müssten wir mindestens eine Nacht auf knapp 4.000m Höhe verbringen.

Es war eine gute Entscheidung nach Khorog zurückzuradeln, denn 10km bevor wir die Stadt erreichten fühlte sich Chris wieder so schlecht, dass er sich das letzte Stück sogar mit dem Auto ins Krankenhaus fahren lassen musste. Wir dachten in dem großen Krankenhaus in Khorog würde sich bestimmt ein englisch sprechender Arzt finden, doch leider wurden wir nicht nur in dieser Hinsicht enttäuscht. Wie unglaublich glücklich können wir uns in Deutschland über unser Gesundheitssystem und Krankenhausstandart schätzen! Die schmutzige Kammer, die übereifrige Reaktion der russisch sprechenden Krankenschwester, die uns nicht zuhören wollte, gleich alles auf Chris Magenprobleme schob und ihm sofort eine Infusion anlegte, von der wir nicht wussten was sie beinhaltete und zuletzt der Versuch ihm eine Spritze gegen Schmerzen zu verpassen, obwohl er keine wirklichen Schmerzen hatte – all dies veranlasste uns dazu so schnell wie möglich diesen Ort zu verlassen und unseren ruhigen Homestay aufzusuchen. Im Nachhinein hörten wir von einer in Khorog lebenden Deutschen, dass das Krankenhaus wahrscheinlich noch nicht einmal auf dem Stand sei, den unsere Krankenhäuser nach dem zweiten Weltkrieg gehabt hätten und das man es wirklich nur im äußersten Notfall aufsuchen sollte.

Den Rest des Tages verbrachte Chris im dunklen Pamiri-Haus und wollte nur noch nach Hause. Gott sei Dank bekam Jasmin für die Organisation der Rückreise nach Dushanbe super Unterstützung von einer junge Frau von PECTA, einer Organisation der Agha Khan-Stiftung für Ecotourismus, die den Touristen gute Informationen und super Hilfe bei der Planung und Durchführung von Touren im Pamir bietet. Noch am Abend packten wir die Räder und Taschen in einen Jeep, den wir mit Fahrer für uns alleine gechartert hatten, um dann früh am nächsten Morgen die 12-stündige Holperfahrt zurück anzutreten. Chris ging es Gott sei Dank gut, fast als ob nichts gewesen wäre und so erreichten wir gestern Abend die brütend heiße Hauptstadt.

Die Flüge zu buchen war eine längere Sache, aber auch die haben wir nun und so werden wir Donnerstagmittag in Frankfurt ankommen und die letzten anderthalb Wochen unseres Urlaubs bei unseren Familien verbringen.

Etwas traurig, aber überzeugt dass es das Richtige war, werden wir das interessante Tadschikistan also schneller verlassen als geplant, jedoch bestimmt eines Tages zurück kommen um das Abenteuer Pamir Highway erneut zu wagen.

 

Bis zur nächsten Reise hier auf unserem Blog

 

Eure Jasmin und Chris

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Touristen und Tomaten in ganzen Stücken

Posted 16. Juli 2014 By Jasmin und Chris

Hallo Ihr Lieben,

schön, dass sich so viele hier auf dem Blog zurückgemeldet haben …aber echt Schade dass das mit dem Frühstück diesmal nichts wurde :-)

Von uns gibt es momentan leider nicht allzu gute Nachrichten, aber erst der Reihe nach.

Im Flieger lernten wir eine schweizer Diplomatin kennen, die uns von Khorog, statt der Hauptroute, die südliche Nebenstrecke durch das Wakhan Valley ans Herz legte. Als Landschaftsfetischisten entschieden wir uns nach längerem Hin und Her dafür. Die zusätzlich benötigte Zeit entschlossen wir dadurch reinzuholen, in dem wir uns von Dushanbe ein Stück mit dem Taxi bis nach Khalaikum fahren lassen. Kein leichter Entschluss für uns, da wir, wenn möglich, doch gern alles aus eigener Kraft radeln wollen. Außerdem waren auf Grund des Transports im Flieger die Räder noch bestens verpackt, so dass wir uns lieber jetzt als später auf eine Taxifahrt einlassen wollten.

Also ging es noch bei Nacht, gegen 4h vom kleinen Flughafen in Dushanbe zum Sammeltaxiumschlagplatz, der noch im Schlaf weilte. Es gibt hier keine Linienbusse, dafür fahren diverse Minibusse und Jeeps sobald sie voll sind in alle Himmelsrichtungen. Wir hatten unseren Fahrer bereits um halb sechs gefunden und die Räder auf dem Dach festgezurrt, jetzt fehlten ihm nur noch weitere Mitfahrer in seinem 8-Personen Minibus. Leider war er in der weiteren Aquiese nicht ganz so erfolgreich und als wir nach vier Stunden Druck machten, dauerte es nochmals eine Stunde bis zu unserem Erleichtern die Räder endlich rollten. Allerdings nur, um in einem Basar anderweitige Mitfahrer (Kisten voller Tomaten) aufzunehmen und den kompletten Minibus damit vollzustopfen.

Mit einem nun völlig überladenen Auto dachten wir wiederum „jetzt geht’s endlich los“, doch zu früh gefreut – wir fuhren in der Stadt im Kreis und zum Sammeltaxiumschlagplatz zurück, da der Fahrer wohl noch einen Stempel für seine Ladung „Touristen und Tomaten“ benötigte.

Um 12h ging es dann tatsächlich wirklich auf die 400km lange Fahrt nach Khalaikum.

Diese war nicht sonderlich angenehm, da eine große Hitze herrschte, die Klimaanlage nicht funktionierte und wir ständig hofften, dass die Räder auch auf dem Dach bleiben. Nach etwa der Hälfte der Strecke wurden die Straßenbedingungen deutlich schlechter und hinter dem Pass wäre der Begriff „Straße“ geschmeichelt. Es war nur noch Geröll und Sand und daher trotz Übermüdung (wir hatten im Flieger wie auf dem Taxiplatz fast kein Auge zugetan) nicht an Schlaf zu denken. Völlig überraschend entdeckte der Fahrer bei der Passkontrolle 100km vor dem Ziel, dass er einen Platten hat, was ihn bewundernswerter Weise nicht sonderlich zu stören schien. Einen Ersatzreifen führte er am Unterboden des Kofferraumes zwar mit, doch die Touri-Tomaten-Fracht legte das Fahrzeug so tief, dass dieser nicht zugänglich war. Daher ließ er fortan alle 30km den Reifen von einem entgegen kommenden LKW wieder aufpumpen und brachte uns wie versprochen nach acht Stunden Fahrt zu einem Homestay in Khalaikum. Als die Räder zusammen gebaut und das Gepäck in den Satteltaschen neu verstaut war zogen wir unvernünftiger Weise das WM-Finale wieder dem Schlaf vor und freuten uns ob des funktionierenden Fernsehers und Public Viewing mit zwei weiteren Radreisenden.

Den Fahrradkorso nachts um 2.30Uhr ließen wir aber dann doch ausfallen, um wenigstens noch zwei Stunden die Augen zuzumachen. Um 5Uhr ging es, um die kühleren Morgenstunden auszunutzen, zusammen mit Uli und Markus gleich auf die Räder. Die Landschaft ist einfach atemberaubend! Wir folgten einem reißenden Fluss, durch ein beeindruckendes Tal mit steil abfallenden Klippen, kargen Bergen und im Hintergrund schneebedeckten Gipfeln. Der Fluss stellt die Grenze zu Afghanistan dar, deren Bevölkerung noch ärmer zu leben scheint als auf der tadjikischen Seite. Immer entlang des Flusses zieht sich deren „Straße“, ein schmaler Trampelpfad, der abenteuerlich und gefährlich auch über schier senkrechte Felswände führt.

Zur Mittagspause schien trotz Temperaturen bis 50°C und anspruchsvoller Piste noch alles in Ordnung, allerdings schlichen sich bei uns beiden leichte Brustbeschwerden im Herzbereich ein. Da wir es auf unseren relativ untrainierten Zustand zurück führten, machten wir uns zuerst keinen großen Kopf. Ab Kilometer 65 nahm bei Chris auf anstrengender Geröllpiste die Leistungsfähigkeit rapide ab. Bei Kilometer 78 ging gar nichts mehr. Zum Glück waren wir nun in einem Dorf, wo es Wasser aus einem Bach und etwas Schatten gab, denn der war seit der Pause selten gewesen. Auch wenn Chris ganzer Körper durch die in kaltes Wasser getränkten Kleider schlotterte, so empfand er es doch als hilfreich im Kampf gegen das Bewusstloswerden. Da sich dennoch keine unmittelbare Besserung einstellte bat Jasmin die zum Glück hilfsbereiten Dorfbewohner uns schnellstmöglich eine Fahrgelegenheit zum nächsten Krankenhaus zu organisieren. So landeten wir 1,5 Stunden später mit Sack und Pack in Vanj im gewöhnungsbedürftigen „Krankenhaus“. Die Ärzte konnten zum Glück etwas Englisch und waren sehr freundlich. Chris Zustand hatte sich derweil stabilisiert, auch wenn der Blutdruck noch bei 90/60 und der Ruhepuls bei 92 lag. Unsere Eigendiagnose mit Hilfe des Internets hat einen Sonnenstich in Verbindung mit starker körperlicher Anstrengung und unzureichender Akklimatisierung an extreme Hitze ergeben.

Da es Chris heute Morgen nach ausreichend Schlaf und Trinken wieder gut ging, machten wir uns noch vor 6Uhr auf die nächste Etappe. Nach 30km war aber klar, dass seine Leistungsfähigkeit bei weitem nicht die alte war und er aus Angst, in den gestrigen Zustand zu verfallen, nicht weiter fahren konnte. Jasmin scheint keine Folgeerscheinungen vom gestrigen Tag zu haben. Nach einigem Abwägen entschieden wir uns nicht vor Ort in der Pampa zu bleiben und abzuwarten, sondern eine weitere Mitfahrgelegenheit zu suchen. Ein LKW brachte uns ins 70km entfernte Rushon, wo wir uns seit gestern in einem netten Homestay ausruhen. Waren eben beim Arzt, der Blutdruck scheint immer noch etwas zu niedrig und der Puls leicht zu hoch. Die Ärzte meinten alles normal, wir benötigen nur etwas Zeit um uns besser an Hitze und Höhe zu akklimatisieren.  Wir werden also von Tag zu Tag schauen und entscheiden was wir machen und Chris wird versuchen äußerst sensibel auf seine körperlichen Reaktionen und innere Stimme zu hören – zumindest wenn es Jasmin zulässt :-)

 

Viele Grüße aus Tajdschikistan, Eure Jasmin und Chris

 

INFOBOX

Da das jetzt sehr viel Text war möchten wir für jeden Interessierten den effizienten Weg zum körperlichen beinahe- Kollaps nochmals kurz zum selber bauen beschreiben )-:

 

  1. vorher möglichst oft in klimatisierten Gebäuden aufhalten (keine Hitzeakklimatisation)
  2. kaum Ausdauersport betreiben, sondern rein auf „alte“ Konditionsstände vertrauen
  3. 48h vor der Etappe max. 2h schlafen.
  4. Etappe 1.000hm über gewohnter Höhe beginnen
  5. Hitze um 50°C aussetzen
  6. zu wenig trinken
  7. mögliche Schwächeanzeichen des Körpers in der Pause (nach 56km) mit 1l Cola überdecken

 

Et voila!

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Reisefieber

Posted 12. Juli 2014 By Jasmin und Chris

 

Hallo Ihr Lieben,

waren uns lange nicht sicher ob unsere Reise Folgeschäden haben wird. Nun steht fest, dass bei uns beiden das Reisefieber wieder ausgebrochen ist.

Wir wollen heute mit dem Flieger nach Dushanbe, Tadschikistan von dort über Khorog, Murgab durch das Pamirgebirge bis nach Osh in Kirgistan um dann nach 3 Wochen wieder mit dem Flieger zurück zu fliegen.

Das ganze natürlich nicht ohne unsere Fahrräder die wir soeben klein verpackt am Check-in Schalter aufgegeben haben. Selbstverständlich haben wir sie vorher gründlich überholen und durchchecken lassen. Die Rohloff Schaltung wurde gewartet, neue Felgen und ein Satz neue Reifen gab es auch. Aber voll allem die komplett neue Lackierung lassen die Räder wieder wie neu aussehen.

Vielen Dank and das gesamte Patria Team!!! 

Je nach Verfügbarkeit von Zeit, Muse und Internet werden wir versuchen ab und zu ein paar Eindrücke zu senden.

Natürlich wie gewohnt hier auf unserem Blog: www.radeln-fuer-den-augenblick.de

Liebe Grüße vom Frankfurter Flughafen Eure Jasmin und Chris

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Vortragstermine

Posted 9. Februar 2014 By Jasmin und Chris

Hallo Ihr Lieben,

es ist soweit, die Termine für unseren Reisevortrag stehen. Wer uns also auch mal ganz analog sehen möchte und sich für unsere Radreise interessiert den laden wir hiermit herzlich ein einen unserer Vortäge zu besuchen.

 

 

An folgenden Orten werden wir über unsere Reise berichten:

 

Samstag        08.03.2014 um 19.00Uhr in der BAG in Creglingen

Donnerstag   27.03.2014 um 19:00Uhr in der Ev. Michaelsgemeinde in Bensheim

Dienstag        08.04.2014 um 19:00Uhr im (Vortragssaal) Betriebsratsgebäude der BASF in der Karl-Müller-Straße, Ludwigshafen am Rhein

Mittwoch         09.04.2014 um 19:00Uhr in der Siegmund-Crämer Schule der Lebenshilfe Bad Dürkheim

Freitag            02.05.2014 um 19:30Uhr im Ev. Gemeindezentrum Kirchgasse in Rottenburg am Neckar

 

Sollte es wider Erwarten zu kurzfristigen Änderungen kommen werden wir es hier auf dem Blog bekanntgeben.                               

Der Eintritt ist frei, wir bitten aber um eine Spende für die Christoffel-Blindenmission. Das gesammelte Geld soll möglichst viele Operationen am Grauen Star in Entwicklungsländern ermöglichen.

Wir freuen uns auf Euch,

Eure Jasmin und Chris

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Punktlandung

Posted 26. September 2013 By Jasmin und Chris

Nach zwei Wochen purem Erholungsurlaub, mit viel Zeit für Lesen und Schnorcheln, traten wir langsam aber sicher die ersehnte Heimreise an. Zuerst fuhren wir nach Bangkok, wo wir etwas Sightseeing machten bevor es zurück nach China ging. Bei der Einreise am Pekinger Flughafen wurden zu unserem Erstaunen keine Fragen gestellt und kein einziges Gepäckstück kontrolliert. Für uns verwunderlich, sind wir doch bei der letzten Einreise auf dem Landweg von Kirgisien kommend komplett durchsucht worden. Damals wurden Laptop, Kamera und Bücher akribisch auf „nicht angepasste“ Inhalte kontrolliert, stattdessen bekamen wir problemlos den Stempel für ein 72-Stunden-Transitvisum.

In Peking lernten wir dann Galina und Jörg mit Kids, in deren Haus wir zuvor schon wohnen durften, persönlich kennen und sind total dankbar über ihre großzügige Hilfe, ohne die es nicht annähernd so leicht gewesen wäre uns zu Recht zu finden und vor allem die Räder zum Flughafen zu transportieren. Die Temperaturen waren deutlich angenehmer als noch vor einem Monat, auch der Regen beim Besichtigen der Verbotenen Stadt stimmte uns langsam auf deutsche Herbstverhältnisse ein.

Als es nachts zum Flughafen ging waren wir ganz schön aufgeregt ob auch alles klappen würde mit der Mitnahme der Räder. Sie waren zwar angemeldet, aber man weiß ja nie, zumal wir einen 9-stündigen Zwischenstopp in Astana/Kasachstan hatten und etwas besorgt waren ob die Räder wohl auch ins richtige Flugzeug umgeladen würden. Es dauerte zwar ein klein wenig bis wir die Räder eingecheckt hatten, aber alles ging gut und wir waren überglücklich nachdem wir sowie die Räder und all unser Gepäck nach langer Reise wohlbehalten am Frankfurter Flughafen ankamen. Dort war es erstmal ungewohnt plötzlich alle Leute um uns herum zu verstehen. Bei der Einreise mussten wir auch nicht wie die letzten Monate an der längeren Schlange für Ausländer stehen, sondern durften die kürzere für Einheimische nutzen und nach einem Visum wurde auch nicht mehr gefragt;-). Direkt nach der Zollkontrolle konnten wir Jasmins Papa Jo sowie Wolfgang glücklich in die Arme schließen. Die Beiden halfen uns an Ort und Stelle die Fahrräder wieder zusammenzubauen bzw. die Satteltaschen wieder zu packen. Dann radelten wir durch die Frankfurter Innenstadt zu Wolfgangs Sohn Sven und Freundin Martina, bei denen wir unsere erste Nacht in Deutschland verbringen durften und von denen wir lecker bekocht wurden. Dankeschön!

Zu viert ging es dann am nächsten Morgen los auf die letzten beiden Schlussetappen. Unsere Radgruppe sollte dabei immer weiter anwachsen. Am Main entlang kamen uns Frieda und Norbert (die wir in Usbekistan kennengelernt hatten) schon entgegen und begleiteten uns nach Höpfingen, wo wir bei Tante Rosi und Onkel Steff mit der ganzen Mannschaft herzlich empfangen und köstlich bewirtet wurden. Chris bekam sein lang ersehntes Schnitzel bzw. drei davon und Jasmin konnte sich beim selbstgemachten „Quetschekuche“ (Zwetschgenkuchen) nur schwer zurück halten;-). Vielen lieben Dank Euch.

Beim Start am Samstagmorgen war unsere Gruppe bereits auf neun Mann angewachsen. Gaby, die zu Wolfgang gehört (sie hatten wir in der Türkei kennengelernt), schwang sich auch wieder auf den Sattel, Onkel Steff kam mit und außerdem freuten wir uns, dass „Frühstücks-Helmut“ aus Augsburg mit seiner Frau Silvia dazu kam. Was für ein schönes Gefühl so liebe Leute um uns zu haben und mit ihnen allen durch unser schönes Süddeutschland zu radeln. Was wir schon immer wussten wurde uns wieder deutlich – diese Region ist einfach wunderschön und wir fühlen uns hier pudelwohl. Nicht nur das saftige Grün der Wiesen und Wälder, sondern auch die herrlich frische Luft, die tollen Radwege, die ordentlich angelegten Gärten, die nett dekorierten Häuser und die allgegenwärtige Sauberkeit stehen in krassem Kontrast zu der Lebensweise in den meisten der von uns bereisten Länder. Das Wetter war wie bestellt trocken, teilweise sogar sonnig und unsere lustige Truppe wuchs bis Freudenbach auf 18 Mann an, so dass wir viel Spaß hatten und die Fahrt in vollen Zügen genossen. Schon einen Kilometer vor Freudenbach hieß uns ein großer Schriftzug auf der Scheunenwand herzlich willkommen. Die eigentliche Ankunft und der große Empfang in Freudenbach waren überwältigend. So viele Freunde auf einem Haufen die wir seit langer Zeit nicht mehr gesehen haben, allen voran natürlich unsere Eltern, Geschwister und Nichten. Chris Eltern, Rita und Gerhard, hatten sich die letzten Wochen sehr ins Zeug gelegt um das Fest vorzubereiten. Liebevoll hatten sie dekoriert und den Hof herausgeputzt und wir alle strahlten vor Freude um die Wette.

 Eine wahre Punktlandung gelang uns auch mit unseren Ritzeln. Wir sahen bereits in Kirgisien, dass die Zähne schon deutlich abgenommen hatten. So standen wir damals vor der Überlegung ob wir noch (relativ aufwändig) Ersatz einfliegen lassen sollten oder ob sie wohl noch bis Peking halten würden. Wir entschieden uns die Ketten öfter zu ölen und regelmäßig einen Blick darauf zu werfen. Tatsächlich waren in Peking noch alle Zähne dran. Erst in Freudenbach angekommen sahen wir, dass auf den letzten Metern die ersten Zähne bei Chris Ritzel abgebrochen waren:-).

 Unsere Freundin und gleichzeitig CBM-Mitarbeiterin Miriam überreichte uns am Nachmittag im Auftrag der Christoffel-Blindenmission eine Urkunde mit den bis dahin eingegangenen Spenden von rund 19.200EUR. Das ermöglicht über 600 Operationen am Grauen Star. Zu unser aller Überraschung stand plötzlich Rainer auf und meinte „lasst uns einfach noch ein paar mehr operieren…“ und rundete den Betrag kurzerhand auf den glatten Endbetrag von 20.000EUR auf – wow, ein großes Dankeschön an Dich und natürlich an alle Spender!

 Zu guter Letzt gilt unser Dank Euch allen, die Ihr uns über den Blog und Mails begleitet habt. Die vielen Ermutigungen und Aufmunterungen haben uns immer gut getan und machten uns vor allem die schwereren Wüstenkilometer leichter. Wir danken auch den Firmen, die uns mit hochwertiger Ausrüstung unterstützt haben, allen voran der Fahrradmanufaktur PATRIA, die uns so zuverlässige, klasse Räder hergestellt hat bei denen man gerade einmal alle 20.000km das Ritzel tauschen muss:-).

 Jetzt heißt es für uns wieder zurück finden in den Alltag. Eine Wohnung haben wir für Mitte Oktober bereits gefunden, im schönen Wachenheim an der Weinstrasse bei Bad Dürkheim, wo sich Jasmins Arbeitsstelle befindet. Dann geht es für Chris auch wieder an die Arbeit und Jasmin wird entweder November oder Dezember starten. Wir haben uns vorgenommen für alle Interessierten jeweils in Rottenburg, in Creglingen und im Ludwigshafen/Mannheimer Raum einen Vortrag mit Bildern zu halten. Das wird allerdings noch etwas dauern, aber wir werden es bei Zeiten über den Newsletter und den Blog bekannt geben.

Macht es gut und zum letzten Mal viele liebe Grüße von den heimgekehrten Radlern

Jasmin und Chris

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Radlos

Posted 30. August 2013 By Jasmin und Chris

Nach schönen Tagen in Peking (der Smog hielt sich zum Glück in Grenzen) verabschiedeten wir uns von den in Kartons verpackten Rädern, vermissten sie jedoch bereits in der Abflughalle, da wir sie die letzten zehn Monate ja nie aus den Augen ließen. In Phnom Penh wurden wir von Petra und Manfred Mörchen gastfreundlich aufgenommen und konnten mit ihm, dem medizinischen Direktor, ins 70km entfernte Takeo-Eye-Hospital fahren. Dort wurden wir herzlich begrüßt und herumgeführt. Wir durften alles besichtigen und sogar bei Operationen am grauen Star zusehen. Ganz schön gewöhnungsbedürftig, aber unglaublich beeindruckend wie ruhig die Hände der Ärzte sind. Bis auf Manfred, der unter anderem die Ärzte ausbildet, arbeitet hier ausschließlich kambodschanisches Personal. Insgesamt haben 53 Menschen einen Arbeitsplatz im Krankenhaus. So gibt es neben den Ärzten auch Optiker, Arzthelferinnen, Rezeptionistinnen, Verwaltungsangestellte und Reinigungskräfte. Ihr (landestypisches) Gehalt wird von der CBM aufgestockt damit sie keine Nebenbeschäftigung annehmen müssen und sich voll dieser Arbeit widmen können. Viele Kambodschaner leben von weniger als einem Dollar am Tag! Das Land ist sehr arm und von Korruption zerfressen. Dennoch sollten die Patienten einen sozial verträglichen Eigenanteil an den Kosten tragen, der in einem Eingangsgespräch individuell vereinbart wird. Falls dies finanziell nicht möglich ist, werden die Behandlungskosten und sogar die Anreise komplett übernommen, weil sonst viele arme Menschen sich dies nicht leisten könnten. Zu ca. 30% trägt sich das Krankenhaus durch Patientenbeiträge, für den Rest kommen die CBM, die Australische Regierung oder andere Spender auf.

Besonders beeindruckt waren wir von den reibungslosen, routinierten Abläufen und der Systematik mit der hier gearbeitet wird und anhand derer die Patienten verschiedene Stationen durchlaufen. Auch auf die Hygiene wird hier sehr viel Wert gelegt, die ebenso unverzichtbar ist wie gutes medizinisches Gerät. Man kann sich vorstellen wie viel jahrelange Arbeit und Training notwendig war um solch einen Standart in einem Entwicklungsland zu etablieren. Wir sind begeistert und froh zu sehen welch wichtige Arbeit auch Dank Eurer Spendengelder geleistet wird. Gesundheitsexperten aus der westlichen Welt mögen solche Standards als „nicht angepasst an die Einkommenssituation des armen Landes“ kritisieren, doch haben unserer Meinung nach auch arme Menschen ein Recht auf eine qualitativ gute medizinische Behandlung. Alles andere wäre Körperverletzung und damit kriminell.

Doch was hilft ein gut funktionierendes Krankenhaus wenn keine Patienten kommen? Damit man die überwiegend ländliche Bevölkerung erreicht, werden von den Ärzten, in Zusammenarbeit mit den staatlichen Gesundheitszentren vor Ort, „Screenings“ in den weiter entfernten Dörfern durchgeführt. An einem solchen durften wir teilnehmen und waren fasziniert von der Gelassenheit und Ruhe der an die 200 Kambodschaner, die hier eine erste Untersuchung und Beratung erhielten. Kommen die sehbehinderten Menschen dann ins Krankenhaus gibt es jedoch keine Rundum-Versorgung wie in Deutschland. Jeder Patient hat eine Begleitperson aus der Familie dabei, die sich um sein Wohl kümmert und ihn moralisch unterstützt. Sie können auch vor Ort die Feuerstellen nutzen und kochen. Es ist so schön von Einzelschicksalen und deren Heilung zu hören. Wie zum Beispiel von der 60 Jährigen Pom Phoum, die nach drei Jahren Blindheit, verursacht durch Grauen Star, endlich wieder sehen und ihren kleinen Kiosk betreiben kann. Damit trägt sie sowohl zur Ernährung der Familie bei, als auch zur Entlastung der Familienmitglieder die zuvor für ihrer Betreuung notwendig waren.

Nach zwei sehr interessanten Tagen in Takeo, mit kleinen extra für uns organisierten Sightseeing-Touren, verabschiedeten wir uns und verbrachten noch fünf tolle, abwechslungsreiche Tage bei und mit Petra und Manfred in Phnom Penh. Dort warteten wir, hoffentlich zum letzten Mal auf dieser Reise, auf unser Visum für Thailand. Wir erfuhren einiges über die Geschichte des Landes, insbesondere den Bürgerkrieg und die darauf folgende Schreckensherrschaft der „Roten Khmer“ von 1975-1979, die damals rund 20% der überwiegend gebildeten Bevölkerung grausam ermordeten.

Besonders schön war die siebenstündige Bootsfahrt von Battambang über den Tonle Sap nach Siem Reap, auf der wir an vielen saftig grünen Reisfeldern, Zuckerpalmen und schwimmenden Dörfern vorbei kamen, in denen die Menschen ihrem Alltag nachgingen. In Angkor waren wir etwas überrascht von dem unglaublichen Touristenandrang in den Tempelanlagen, doch mit den geliehenen Rädern konnten wir dem Rummel etwas entgehen und entgegen dem Touristenstrom die Tempel erkunden. Auf den klapprigen Damenrädern, bei denen man fast mit den Knien an den Lenker stößt, sehnten wir uns erneut nach unseren eigenen Rädern;-).

Nicht nur die beeindruckend gebauten Tempel, sondern auch das ausgeklügelte Bewässerungssystem zeugen von der Hochkultur die sich im Mittelalter hier entwickelt hat. Damals war Angkor mit rund einer Million Menschen die größte mittelalterliche Stadt der Welt. Ta Prohm, ein Tempel der nicht restauriert wurde und den sich die Natur zurück erobert, hat es uns am meisten angetan. Große Bäume wachsen auf den Gemäuern, deren Wurzeln das Mauerwerk durchdringen. Sie sind Zerstörer und Stütze zugleich und strahlen eine tiefe Ruhe aus. Nach zwei Tagen hatten wir dann genug Tempel und alte Steine gesehen und vor uns lag eine 24-stündige Reise. Zuerst mit dem Reisebus zur Grenze, dann mit dem Minibus nach Bangkok, später mit dem Nachtbus nach Chumpon und schließlich mit einem Katamaran auf die Insel Koh Tao. Seit Jasmins Besuch 2004 hat auch hier leider der Massentourismus Einzug gehalten und die Preise haben westliche Ausmaße angenommen. Trotzdem haben wir eine recht einsame Ecke gefunden, die nicht direkt mit dem Auto erreichbar ist und schöne kleine Buchten mit weißen Stränden hat. Hier bewohnen wir einen Bungalow mit Blick aufs Meer und genießen ein Mal mehr unsere Flitterwochen:-).

Ein letztes Mal werden wir uns mit einem Bericht nach unserer Ankunft in Freudenbach melden auf die wir uns sehr freuen. Dann werden wir auch wissen wie hoch der gesamte Spendenbetrag wirklich ist.

Für alle die am 21.9 zum Wiedersehensfest kommen wollen und sich noch nicht angemeldet haben, bitten wir dies noch bis morgen 31.08 zu tun.

Viele sonnig-heiße Grüße von der Trauminsel Koh Tao

 

Eure Rad-losen Jasmin und Chris

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3. und letzter Spendenaufruf

Posted 12. August 2013 By Jasmin und Chris

Liebe Teilnehmer und Teilnehmerinnen unserer Spendenaktion,

wir sind nach 19.991km in Peking am Ziel unsere Radreise angelangt. Hiermit endet auch unsere Spendenaktion für die Christoffel Blindenmission. Wir sind begeistert wie viele sich bereit erklärt haben für das Takeo-Eye-Hospital in Kambodscha zu spenden. Unser herzlicher Dank gilt daher allen, die bereits gespendet haben oder dies noch tun werden. 

Ihr verzeiht uns hoffentlich, dass es ein paar (4.000) Kilometer mehr geworden sind als ursprünglich geplant. Mit unserer Winterschlaufe durch Ägypten und Israel war es einfach schwierig abzuschätzen und Kirgisien war schlicht zu schön, um einfach nur schnell durchzuradeln.

Der dritte und letzte Spendenaufruf beträgt für die letzten 8.040 Kilometer bei 1cent/km 80,40EUR. Bei 2cent/km sind das dann 160,80EUR.

Insgesamt sollten es 199,91EUR bei 1cent/km (bei 2cent/km 399,82EUR) sein. Bitte überweist den entsprechenden Betrag unter Angabe Eurer Adresse und dem Verwendungszweck „Radtour Leitner“ auf folgendes Konto der CBM:

Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V.

Kontonummer: 2020

BLZ: 370 205 00 (Bank für Sozialwirtschaft)

 

For international money transfer please use the following account details:

Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V.

IBAN: DE62370205000004044401

Swift-BIC: BFSWDE33XXX (Bank für Sozialwirtschaft)


Sollten noch Fragen offen sein oder im Nachhinein die Spendenbescheinigung nicht ankommen, dann meldet Euch einfach unter unserer Mailadresse: jasmin_chris@gmx.de, wir werden versuchen weiterzuhelfen.

Nochmals tausend Dank für Eure Spendenhilfe – auch im Namen des Takeo-Krankenhauses, das wir am 15.08. besuchen werden. Wir werden dann von unseren Eindrücken vor Ort berichten und grüßen bis dahin herzlich

die Radreisenden, Jasmin und Chris

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Angekommen?

Posted 11. August 2013 By Jasmin und Chris

Jupiiii – wir haben es tatsächlich geschafft! Wir sind in nicht mal zwei Monaten durch China geradelt und an unserem Endziel Peking angekommen. Natürlich ein schönes Glücksgefühl, auch wenn wir es wahrscheinlich noch nicht so ganz realisiert haben und vom Gefühl her gerade nur ein paar Ruhetage einlegen bevor es weiter geht. Andererseits sind wir auch ein wenig traurig, dass damit unsere intensive gemeinsame Zeit des Radelns, unser gemeinsamer Traum, den wir so gerne gelebt haben, nun zu Ende geht. Aber es warten auch wieder neue Herausforderungen auf uns und das Träumen hört nie auf;-).

Wir sind so dankbar, dass wir diese nicht immer ungefährliche Reise so heil überstanden haben und so behütet angekommen sind. Das mit Abstand größte Risiko war dabei der Straßenverkehr. Gerade in der letzten Woche haben wir so viele Verkehrsunfälle wie noch nie gesehen. Für uns ist dies nicht verwunderlich, denn visuelle Wahrnehmung scheint hier im Straßenverkehr völlig überbewertet zu sein. So biegen die Mopedfahrer ohne nach links zu sehen auf jede große Straße ein, auch Fußgänger laufen einfach in die Fahrbahn ohne zu schauen – wohl alle in der Gewissheit, dass man ein Fahrzeug spätestens durch lautes Hupen hört. So hatten wir öfter mal beinahe Fußgänger auf dem Lenker hocken, weil wir eben nicht ständig klingelnd durch die Stadt fahren. Hier haben wir auch dazu gelernt und uns angepasst – Hornhaut am Daumen inklusive.

Wir haben uns schön öfter gefragt was wohl passiert wenn die Hupe ausfällt oder beide gleichzeitig hupen und den Platz für sich beanspruchen – jetzt wissen wir es.

Den Umweg durch die Berge auf Peking zu, den wir aus Angst vor der schlechten Luft um die großen Städte nahe der Ostküste eingeschlagen hatten, hat sich definitiv gelohnt. So wie wir es gerne haben verlief die relativ wenig befahrene Straße in Serpentinen über die grünen Berge und durch enge Schluchten. Hier sahen wir auch in der Ferne wie sich die Mauer auf den Bergrücken entlang zog.

Je näher wir Peking kamen, desto unwirklicher schien der Gedanke dem Ziel tatsächlich so nah zu sein. Bereits 50km vor dem Zentrum kamen wir ans „Ortsschild“. Leider war die Beschilderung wenn es mal nicht geradeaus ging eher dürftig. Zum Glück hatte Chris sich am Vorabend genaue Notizen über die Route gemacht, so dass wir uns nur ein Mal verfuhren. Um 11.30h standen wir dann tatsächlich vor dem Mao-Mausoleum am Platz des Himmlischen Friedens. Die Sicherheitsmänner, die uns ständig in gelassener Routine von der Straße vor dem eingezäunten Platz verscheuchen wollten, vertrösteten wir ebenso routiniert und ließen uns das Foto machen mit samt Stativ nicht nehmen. Mit einem Jubelgefühl radelten wir zu unserem Termin in der Deutschen Botschaft. Nach netten Gesprächen und einem leckeren Mittagessen wurden wir noch interviewt, weil sie auf dem Mikroblog über uns schreiben werden. Anscheinend waren wir dort schnell Gesprächsthema.

Einen weiteren herzlichen Empfang einschließlich Interview gab es dann auch bei den Kollegen der BASF, in deren Büro im 25. Stock. Bestimmt der erste Kollege, der mit dem Fahrrad aus Europa angereist ist, dementsprechend mangelt es noch an Fahrradständern im Büro und der Lift-Boy war auch sichtlich überrascht:-).

Herzliches Dankeschön an Jörg, der das alles eingefädelt hat und in dessen schönem Haus wir die Tage bis zum Abflug wohnen dürfen, obwohl er mit seiner Familie gerade Urlaub in Deutschland macht. Sein Assistent Ted zeigte uns das Haus und kümmert sich sehr fürsorglich um uns – Thanks a lot Ted! So geht es uns hier sehr gut und wir genießen die Annehmlichkeiten einer deutschen Bäckerei und eines Supermarkts mit importierten Köstlichkeiten. Wir zelebrierten regelrecht das erste Vesper nach langer Zeit mit Brezel, Laugenbrötchen, Bierschinken, Käse und zum Nachtisch gab es Ritter Sport.

In Sport artete auch gleich unser erster Ruhetag aus. Wir erklommen einen Berg auf dem ein unerschlossener und ursprünglicher Teil der Chinesischen Mauer auf uns wartete. Andreas, ein Angestellter der Deutschen Botschaft lud uns netter Weise zu diesem Ausflug mit Freunden ein. Danke Euch, es war ein toller Tag genau nach unserem Geschmack! Der vermeintliche Sonntagsspaziergang ging bei unglaublich schwüler Hitze in eine Wanderung durchs Unterholz und Kletterpartie an Felsen über. 150km Radfahren oder mehr machen uns mittlerweile überhaupt nichts mehr aus, doch nach diesem abenteuerlichen Ausflug haben wir extremen Muskelkater und laufen wie am Stock;-) Das Gefühl oben zu sein und die unglaublich schöne Kulisse entschädigten für alle Strapazen. Unglaublich wie die Menschen damals dieses Wunderwerk auf den hohen Bergkuppen erbauen konnten. So schlängelt sich die Mauer die grün bewachsenen Berge hinauf und hinunter und der Dunst verlieh dem Ganzen einen mystischen Touch.

Jetzt nutzen wir die Zeit bis zum Abflug nach Kambodscha noch mit Waschen und befreien unsere treuen Patria-Räder wie Satteltaschen von Staub und Dreck. Sie werden flugfertig verpackt und dürfen hier bleiben bis wir sie Mitte September abholen und mit ihnen nach Deutschland fliegen. Wir freuen uns auf den Besuch des Krankenhauses in Takeo sowie auf unsere Flitterwochen ohne Rad in Thailand. Für die, die schon traurig waren nun nichts mehr von uns zu lesen, seid getrost, von Beidem werden wir berichten und erst nach dem Epilog nach Freudenbach damit aufhören.

 

Mit dem Ende unserer Radtour entlang der Seidenstrasse hier noch eine abschließende Statistik:

 In 313Tagen kamen wir auf insgesamt 19.991km (20.000km waren uns einfach zu viel) und hatten 19Platten (davon 9 allein in China). In der Einzelwertung liegt Chris Hinterrad mit allein 10 Akupunkturbehandlungen unangefochten an der Spitze. Unsere Ledersättel wurden insgesamt 1.084Stunden und 39Minuten von unserem Gesäß bearbeitet und dabei kletterten wir ca. 137,4 Höhenkilometer nach oben. Auch hier lohnt ein Blick in die Einzelwertung: Am längsten Radeltag saßen wir 9Stunden und 8Minuten im Sattel. Die schnellste Zeit bei Magenproblemen runter von selbigem und hinter die nächste Hecke betrug dahingegen gerade einmal 5,7Sekunden (Chris). Nicht zuletzt auch Dank der maximalen Anzahl an roter Peperoni im Essen: 11, obwohl man uns vorher versicherte das Essen NICHT scharf zu servieren. Die meisten Höhenmeter an einem Tag gönnten wir uns mit 2.300m in Kirgisien. Vor allem bei Anstiegen wurde unsere Getriebenabe insgesamt 4-mal als vermeintlicher Elektroantrieb verkannt.

Maximal legten wir in einem Monat 3.126km, in einer Woche 1.043km und an einem Tag 204km zurück. Für Die längste Wüstenstrecke mussten wir 18Tage radeln und dabei 2.578km zurücklegen. Wir übernachteten an 209 verschiedenen Orten, zogen es vor an 3 Radeltagen nicht zu duschen und an 104 Tagen nicht zu radeln. Das hätten wir auch an den insgesamt 29 verregneten Tagen machen sollen, aber wenn das Zelt schon mal abgebaut ist…

Wir hatten zum Glück nur einen Sturz (im Iran) mussten dafür aber auch 3 mal Hunde mit der Kloppe davon überzeugen uns diesmal nicht in die Waden zu beißen. Gestürzt würde mittlerweile auch der ein oder andere Machthaber. In den insgesamt 17 von uns beradelten Ländern kam es nach unserer Ausreise in immerhin 8 nicht zu größeren politisch motivierten Krawallen. Die teuersten von uns besichtigten Sehenswürdigkeiten waren die Terrakotta Armee (rund 19EUR pro Person) sowie eine Bäckerei in Struga, Mazedonien, bei deren Besuch Jasmins 100EUR Sonnenbrille entwendet wurde. Absehbarer war da der Verschleiß von insgesamt 6Ketten, 16 Bremsbelägen, einer Speiche, 3 Pedalen und zweier Unterhose.

Besonders dankbar sind wir aber den geschätzt 238LKWs die uns trotz glaubhafter Ankündigung dann doch nicht über den Haufen gefahren haben.

Wir grüßen Euch endlich aus Peking,

Jasmin und Chris

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Überwiegend freundlich mit vielen sonnigen Abschnitten

Posted 3. August 2013 By Jasmin und Chris

Das Erdbeben, das uns in Lanzhou überraschte war doch nicht so harmlos wie gedacht. Wir hatten nur das Glück 160km vom Epizentrum entfernt zu sein. Dort stürzten tausende von Lehmhäusern ein, wodurch rund 90 Menschen ums Leben kamen. Am nächsten Tag führte unsere Strecke in Richtung dieses Gebietes, vor dem wir allerdings dann Richtung Xi´an abbogen. Außer einigen Erdrutschen und sich dadurch absenkenden Fahrbahnen deutete für uns nichts auf die Naturkatastrophe hin. Das Abrutschen von Hängen scheint nicht verwunderlich denn die grüne Landschaft ist durchzogen von Canyons mit steilen Klippen, allerdings bestehen diese nicht aus Fels, sondern aus rötlichem Löss. Hier bauen die Menschen auf unzähligen, den Berg durchsetzenden Terrassen Mais und Getreide an. Auf Hochebenen  sehen wir viele Obstplantagen deren einzelne Früchte, am Baum hängend, sorgfältig in Papiertüten gepackt sind. Was für eine Arbeit!

Das wellige Gelände bringt neben der Notwendigkeit für hohe Brücken auch den ein oder anderen Tunnel mit sich, von denen keiner auf unserer Karte vermerkt ist. Durch diese dunklen bis zu 4,3km langen Röhren fahren wir sehr ungern und versuchen (wenn vorhanden) den von der Fahrbahn abgesetzten Rettungsweg zu benutzen. Manchmal ist dieser zu schmal oder von Löchern durchsetzt, so dass wir uns die Fahrbahn mit den vorbeibrausenden LKW´s teilen müssen. Die Tunnel sind oft unbeleuchtet und durch die Gebläse wie die Fahrzeuge extrem laut. Dies bedeutet für uns vor allem eine starke psychische Anspannung und wir wollen nur so schnell es geht hindurch kommen.

Dennoch ist es sehr beeindruckend zu sehen welch gute Infrastruktur hier vorhanden ist. Überall sind neue Autobahnabschnitte und Hochgeschwindigkeitstrassen am Entstehen, wozu Tausende von Arbeitern rekrutiert sind, die auch vor Ort in Zelten hausen. Die voranschreitende Industrialisierung und der zunehmende Ressourcenverbrauch haben natürlich auch ihre Schattenseiten. So radeln wir nicht selten durch Gegenden mit etlichen Kohlekraftwerken. Überall wird Kohle verladen und auf Lastern von A nach B transportiert. Zu den teils schon schwarzen Abgasen der LKW`s kommt noch der Kohlestaub hinzu welcher sich auf unserer verschwitzten Haut absetzt, aber im Gegenzug einen Sonnenschutz überflüssig macht;-) Wir sehen abends aus wie die Kohlenhändler. Wie viel dies umgerechnet in Zigarettenschachteln für unsere Lungen ist, wollen wir gar nicht erst wissen. Noch haben wir uns keine Schutzmasken zugelegt, doch auch die Buff-Tücher blieben ob der Hitze und des Schweißes nicht lange ums Gesicht gehüllt.

Wir wunderten uns zuerst, dass wir nach „nur“ sechs Stunden Radfahren total geschafft waren, doch dann erfuhren wir, dass der Osten Chinas die letzten Tage eine noch nie dagewesene Hitzewelle erlebt. Vor allem aber die einhergehende drückende Schwüle macht uns zu schaffen. So lechzen wir am Ende des Tages immer nach einer wohltuenden Abkühlung, bei der wir uns den Schmutz von der Haut waschen und damit im Hotel blicken lassen können. In den großen Städten fahren Laster mit Wassertanks, die die Straßen damit berieseln. Nachdem ein netter Fahrer in Linfeng uns in seinem Wasserstahl hinterher fahren sah, hielt er extra an damit wir uns ausgiebig waschen konnten. In den letzten Tagen treffen wir auch immer mehr auf freundliche und hilfsbereite Menschen. Wir werden mehr gegrüßt, zu Obst und Wasser eingeladen und man spricht vermehrt zuerst mit uns und dann mit den Rädern;-)

Mit unserer Ankunft in Xi´an haben wir gleichzeitig das offizielle Ende der Seidenstraße erreicht. Wir können es kaum selber glauben, dass wir auf dieser alles mit dem Rad zurück gelegt haben. Ein kulturelles Highlight für uns war die aus Ton gefertigte Armee zum Schutz des chinesischen Kaiser Qin Shihuangdi, die erst 1979 in der Nähe seines Grabes gefunden wurde. Die Ausgrabungsstätte ist nun ein riesiges Museum mit drei großen Hallen, in denen hunderte lebensgroßen Tonfiguren zu sehen sind und noch etliche begraben liegen. Bis heute wird daran gearbeitet die Bruchstücke wie ein 3D-Puzzle aufwendig wieder zusammenzusetzen und man schätzt die Gesamtanzahl der Terrakottakrieger auf über 7000. Viele andere Kulturgüter in China sind leider der sogenannten „Kulturrevolution“ zum Opfer gefallen und heute nur noch als gerade einmal wenige Jahre alte Nachbauten vorhanden. Für uns traurig mit anzusehen und auch weniger sehenswert.

Im muslimischen Viertel von Xi´an spazierten wir mit tausenden von anderen Menschen auf dem Bazar und der Fressstraße und konnten uns kaum satt sehen an den vielen Eindrücken und bunten Bildern. Ein Straßenlokal am nächsten, überall waren Köche, die mit großen Schüsseln und Töpfen auf den Feuern hantierten. Die Stände barsten von braun gebrutzelten Schweinefüßen, gerupften Enten, Fleisch- und Tofuspießen in allen Variationen und Formen und über allem das bunte Neonlicht der Reklame und Dekoration der Lokale. Was für ein Rummel, was für ein Lärm und Gehupe der Mopeds und wir mitten drin – da spürt man das Leben pulsieren.

Leider haben wir zur Zeit weniger Glück beim Bestellen der Schärfe des Gerichts. Trotz ausdrücklicher Bitte schaffen sie es nicht die roten Peperoni und andere Schärfespender einfach weg zu lassen und wir sind die Schweißausbrüche beim Essen leid. So freuen wir uns schon aufs gute deutsche Essen bzw. erstmal auf das Curry in Thailand;-)

 Seit kurzem sind wir vorbildlich auf der Bundesstraße unterwegs, da wir feststellen mussten, dass die Autobahn dreispurig ist, aber dafür keinen Standstreifen besitzt. Außerdem haben wir nicht den direkten Weg nach Peking gewählt, da wir die größten Industriezonen meiden wollen. Gerade legen wir einen Ruhetag in der schönen Altstadt von Pingyao ein, die noch eine der wenigen erhaltenen Altstädte ihrer Art ist. Es macht Spaß in ihren Gassen zwischen den Steinhäusern mit den typisch geschwungenen, hübsch  bemalten Dächern zu schlendern und einen Blick in deren Innenhöfe zu werfen. Die etlichen roten Lampions verleihen dem Ganzen den typisch Chinesischen Flair.

Bis zum nächsten Mal, wenn wir hoffentlich auch noch die verbleibenden 700km bis Peking unter die Räder genommen haben:-)

 

Eure Jasmin und Chris

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